Wissen

Störungen & Verzögerungen in der Sprachentwicklung

Definition
Was versteht man unter Sprachentwicklungsstörung und Sprachentwicklungsverzögerung?

Störungen in der Sprachentwicklung stellen häufig eine Begleiterscheinung einer vordergründigen körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung wie beispielsweise schwerer Hörstörung, Blindheit, neurologischer Schädigung, geistiger Retardierung oder tiefgreifender Entwicklungsstörung (frühkindlicher Autismus) dar. Der Erwerb der Sprache kann aber auch beeinträchtigt sein, während die allgemeine Entwicklung ansonsten normal verläuft. In diesem Fall wird von einer sogenannten Spezifischen Sprachentwicklungsstörung gesprochen. Die Sprachfähigkeit betroffener Kinder liegt dabei deutlich unterhalb ihrer Altersgruppe und kann sich entweder nur auf die aktive Sprache beziehen, oder aber zusätzlich auch das Sprachverständnis betreffen. Die sprachfreien Intelligenzleistungen sind dagegen im Fall der Spezifischen Sprachentwicklungsstörung altersentsprechend. Die betroffenen Kinder zeichnen sich typischerweise durch einen verspäteten Sprechbeginn und einen verzögerten Verlauf des Spracherwerbs im Vergleich zu sprachunauffälligen Kindern aus. Die Diagnose einer Sprachentwicklungsstörung wird in der Regel erst ab einem Alter von drei Jahren gestellt, da der Spracherwerb in den ersten Lebensjahren von Kind zu Kind sehr unterschiedlich verläuft.

Ein hohes Risiko eine solche behandlungsbedürftige Sprachentwicklungsstörung auszubilden besteht dabei für Kinder, die in den ersten beiden Lebensjahren Verzögerungen in der Sprachentwicklung aufweisen. Als Kriterium für die Einschätzung einer Sprachentwicklungsverzögerung gilt bisher ein Wortschatz von weniger als 50 Wörtern im Alter von 24 Monaten sowie das Ausbleiben von Zweiwortsätzen. Im Englischen werden diese Kinder auch als „Late Talkers“ („Spätsprecher“) bezeichnet. Während ungefähr ein Drittel dieser Kinder den Sprachrückstand bis zu ihrem dritten oder vierten Lebensjahr aufholt, verbleiben dennoch zwei Drittel, die im Alter von drei Jahren weiterhin deutliche Beeinträchtigungen in Wortschatz, Grammatik und Lautbildung aufweisen und eine logopädische Behandlung benötigen.

Häufigkeit

Störungen der Sprachentwicklung gehören zu den häufigsten Entwicklungsstörungen im Vorschulalter. Angaben zur Häufigkeit belaufen sich auf 6-8% aller Vorschulkinder, wobei Jungen etwa zwei bis vier Mal häufiger davon betroffen sind als Mädchen.
Ein hohes Risiko, eine Sprachentwicklungsstörung auszubilden, besteht dabei für die Gruppe sprachentwicklungsverzögerter Kinder, d.h. Kinder, die mit zwei Jahren weniger als fünfzig Wörter sprechen und noch keine Zweiwortsätze bilden. Dies trifft auf etwa 13-20% aller Zweijährigen zu, wobei auch hier Jungen häufiger als Mädchen betroffen sind.

Begleit- und Folgeprobleme

Sprachentwicklungsverzögerte Kinder, die nicht in der Lage sind, den sprachlichen Rückstand aufzuholen und bis ins Vorschulalter hinein deutliche sprachliche Schwierigkeiten zeigen, weisen zum einen oft sogar noch bis ins Jugend- und Erwachsenenalter eine überdauernde Schwäche im sprachlichen Bereich auf. Zum anderen sind sie, neben der Sprache, häufig auch in anderen Entwicklungsbereichen, wie der emotionalen, sozialen, Persönlichkeits- und Intelligenzentwicklung gefährdet.
Nicht selten kommt es dabei auch in der Schule zu Schwierigkeiten beim Lesen- und Schreibenlernen sowie allgemeinen Schulleistungsproblemen. Diese Langzeitfolgen machen deutlich, wie wichtig es ist, betroffene Kinder frühzeitig zu erkennen und gezielt zu fördern.

Diagnostik

Eine Früherkennung von Kindern mit verzögerter Sprachentwicklung ist mit Hilfe von Elternfragebögen möglich, die im Rahmen der kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchung U7 mit 21 – 24 Monaten eingesetzt werden können. Für eine genauere Abklärung des Sprachentwicklungsstandes sowie des allgemeinen Entwicklungsstandes werden in entsprechenden Einrichtungen spezielle Testverfahren durchgeführt.

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